Heute präsentiere ich mal das Ergebnis einer Schreibaufgabe, da man ja nie auslernt.
Ich hatte es schon einmal an anderer Stelle erwähnt, dass ich bei fiction-writing.de Unterstützung von anderen Autoren und Kritikern bekomme. Jeden Monat werden neue Aufgaben gestellt, um die Arbeit an den eigenen Texten zu verbessern.
Für die Monatsaufgaben werden Themen vorgegeben, zu denen man eine Geschichte verfassen soll, die nicht mehr als 10.000 Zeichen hat und bei denen noch andere Voraussetzungen jeweils vorgegeben werden. Ein super Sache, wie ich finde.
Bei den sogenannten Fingerübungen kann man sich mit sehr kurzen Kurzgeschichten beteiligen oder manchmal auch nur Szenen einreichen, eben je nach Aufgabenstellung.
Am heutigen Tag, genau 20 Jahre nachdem ich meinen allerersten Roman veröffentlicht habe, möchte ich also meinen kurzen Text zum Besten geben, den ich bisher nur einer geschlossenen Nutzergruppe vorgestellt habe.
Aufgabe (wörtlich übernommen von fiction-writing.de)
Fingerübung: Der eine Gegenstand
Stell dir vor, dein Protagonist (m/w/d) muss alles zurücklassen. Es bleibt nur ein Moment und nur ein einziger Gegenstand darf noch mitgenommen werden.
Schreibe eine kurze Szene, in der deine Figur sich für genau einen Gegenstand entscheidet, den sie mitnimmt. Zeige diese Entscheidung als Handlung im Moment selbst.
Wichtig ist: Keine Erklärung, keine Begründung im Text. Der Leser soll die Bedeutung des Gegenstandes nur über Verhalten, Atmosphäre und Andeutungen (wie zum Beispiel in Erinnerungen) erfassen.
Meine Lösung zur Aufgabenstellung: Das Geburtstagsgeschenk
Janis griff nach den Schlüsseln und legte sie sofort wieder weg. Er würde sie nicht brauchen.
Bereits zum zweiten Mal klingelte es an seiner Haustür.
Sein Blick schweifte durch den Flur.
Es klopfte, hämmerte, er musste öffnen, innerhalb der nächsten Sekunden, sonst ...
Da! Das war genau das, wonach er gesucht hatte. Das nähmen sie ihm bestimmt nicht weg. Er griff nach dem vergilbten Foto, auf dem ein kleiner Junge voller Stolz einen Fußball in den Armen hielt. Janis steckte es in seine Hosentasche, öffnete die Tür und folgte den beiden Beamten, ohne sich noch einmal umzudrehen. Er trug nun alles bei sich, was ihm in den nächsten Jahren Halt geben würde.
