Gedichte - Emotions
Das sintflutige Weltenmeer
Noah gibt es längst nicht mehr
Versiegeln wir den Boden
Verdichten wir den Fluss
Vernichten wir uns selbst
Wir ziehen Ufer glatt
Wir erosionieren selbst die Erosion
Wir setzen uns schachmatt
Verschließen wir die Landschaft
Verdoppeln wir die Wolken
Vergrößern wir die Kraft
Die Menschheit wird ertrinken
Wir ziehen Wasser an
Wir kapazitieren selbst die Kapazität
Wir arbeiten daran
Verbinden wir die Wunden
Verstecken hilft nicht weiter
Versenken wir das Schiff
Wir mauern alles zu
Wir katastrophieren selbst die Katastrophe
Wir kommen nicht zur Ruh'
Im sintflutigen Weltenmeer
__________________________________________________________________________________
rundherum und mittendrin
runde ecken machen sinn
wo stehen wir in dieser zeit?
die frage ist alltäglich
angst und kireg und zank und neid
einsatz ohne viel gewinn
wo stehen wir in dieser zeit?
die frage ist berechtigt
gibt und liebt und gar kein neid
rundherum und mittendrin
wo stehen wir in dieser zeit?
die frage ist berechtigt
verzicht und teilen ohne streit
sie allein zeigt uns den lebenssinn
wo stehen wir in dieser zeit?
die liebe löst die frage auf
und so ertragen wir die zeit
___________________________________________________________________________________
Lappalia data
vergangenheit und die idee einer erzählung
widerstand und aufruhr überall
angst und die gefahr einer infektion
mit lappalia data
gegenwart und der infekt mit einer krankheit
widerstand und aufruhr kaum spürbar
angst und infektion werden beschwichtigt
mit lappalia data
zukunft und die mutation einer krankheit
harmlos und der name sagt es ja
angst und verbreitung einer infektion
mit kritikalia data
realität und huxleys Schöne Neue Welt
harmlos und doch nur fiktion?
angst und die empörte presse leben
mit kritikalia data
wirtschaft und ohnmächtige politik
gefährlich und längst verbreitet
angst und bewusstlose menschen
mit akteneinsicht Macht schaffen
__________________________________________________________________________________________
Viktor und die Rebellen
Ein Gehirn, man bastelt daran
die Ströme, sie fließen längst in geordneten Bahnen
zwei Hände, sie werden angenäht
die Nerven, sie scheinen ihren Dienst zu tun
ein Monster, auch daran wurde gebastelt
die Bahn, sie war mal ehrenwert
zwei Parteien, sie urteilen unterschiedlich
die Kunden, die scheinen sich zu fügen
ein Jugendlicher, er gerät aus der Bahn
die Erwachsenen, sie sind ratlos
zwei Ansichten, sie kommen nicht überein
die Erziehung, sie versagt ihren Dienst
ein Mann, er wollte helfen
die Ergebnisse, sie sind verwerflich
zwei Vertraute, sie werden nichts lösen
die Bevölkerung, sie ist der Ohnmacht nahe
ein Politiker, man hat ihn gewählt
die Skandale, sie sind nicht seine Schuld allein
zwei Journalisten, sie berichten unterschiedlich
die Vernunft, sie ist anders als Viktor dachte
_______________________________________________________________________________
Wenn der Tennisschläger bricht
ein spiel und regeln und die spieler
die zeit verfehlt ganz knapp
zerbrochene chance
sie regeln spielen mit das spiel
ohne schläger nicht dabei
ein spiel und regeln und die spieler
die eine außen vor
zerbrochene chance
sie regeln spielen ohne sie
kaputter schläger nicht dabei
ein spiel und regeln und die spieler
ein court begrenzt der platz
zerbrochene chance
sie regeln spielen nur mit zwei
der schläger in der ecke
ein spiel und regeln und die spieler
kein spiel kein wert, nicht eine chance
_______________________________________________________________________________
Das Gespräch
Die Worte werden gesagt
In meinem Kopf
Es ist kein Monolog
Es ist ein Dialog
In meinem Kopf
Die Worte werden gesagt
In meinem Kopf
Es ist kein Gespräch
Es ist blanke Wut
In meinem Kopf
Die Worte werden gesagt
In meinem Kopf
Es ist kein Groll
Es ist purer Hass
In meinem Kopf
Die Worte werden gesagt
In meinem Kopf
Es ist kein Krieg
Es ist nicht mal das
In meinem Kopf
Die Worte werden gesagt
In meinem Kopf
Sie kommen nicht an
Es gibt kein Gespräch
Nur in meinem Kopf
_______________________________________________________________________________
Er ist da
Und wenn der erste Vogel singt
Und wenn der Frost nach Leben ringt
Und wenn er dann zu sterben droht
Dann wissen wir
Wir sind nicht mehr bedroht
Und wenn dann alles neu erblüht
Und wenn die Sonne fast verglüht
Und wenn sie dann zu sterben droht
Dann wissen wir
Wir sind noch weit entfernt vom Tod
Und wenn es langsam dunkel wird
Und wenn das Laub es in sich birgt
Und wenn es dann zu sterben droht
Dann wissen wir
Wir sind wieder bedroht
Und wenn er dann den Sieg erringt
Und Kälte auch nach Leben ringt
Und wenn sie dann zu sterben droht
Dann wissen wir
Wir sind nicht mehr bedroht
Und wenn das Jahr zu Ende geht
Dann wissen wir
Wer vorne steht
_______________________________________________________________________________
Neulich oder war es eher?
Neulich oder war es eher?
Es muss wohl eher gewesen sein.
Da war ich noch ahnungslos.
Es muss wohl eher gewesen sein.
Da war etwas passiert.
Neulich oder war es eher?
Es muss wohl eher gewesen sein.
Da war etwas passiert.
Ein Funke hatte sie erfasst.
Da schlug die Flamme hoch.
Neulich oder war es eher?
Es muss wohl eher gewesen sein.
Da schlug die Flamme hoch.
Mit sehr viel Qualm.
Da war die Sicht begrenzt.
Neulich oder war es eher?
Es muss wohl eher gewesen sein.
Da war die Sicht begrenzt.
Jedoch nicht für mich.
Da ist die Sicht noch klar.
Neulich oder war es eher?
Es war nicht eher, es ist jetzt.
Da ist die Sicht noch klar.
Der Funke hat mich nicht erfasst.
Da ist nichts passiert.
_______________________________________________________________________________
Es ist schon eine Weile her
Du hast gewonnen, hurra
Ich gratuliere Dir
Kälte strömt mir entgegen
Du fängst etwas Neues an
Ich bin neugierig
Kälte strömt mir entgegen
Ich treffe Dich
Ich freue mich
Kälte strömt mir entgegen
Ich habe Pech, große Dunkelheit
Ich warte auf Licht
Du ignorierst mich
Ich habe wieder Pech, größere Dunkelheit
Ich warte auf helles Licht
Du ignorierst mich
Du verstehst die Kälte nicht
Die Dir entgegen strömt
Warum nicht?
Es ist schon eine Weile her
Da gab es keine Kälte
Du hast es nicht bemerkt